Von 2022 bis 2025 haben alle 26 Gemeinden des Pustertales in einem gemeinsamen Schulterschluss einen Gemeinde-Klimaschutzplan erstellt und/oder an der Entwicklung übergemeindlicher und bezirksweiter Klimamaßnahmen gearbeitet, je nach Ausgangssituation in der jeweiligen Gemeinde.

Die Gemeinden Abtei, Innichen, Sexten und Ahrntal verfügten bereits über einen gemeindlichen Klimaschutzplan bzw. arbeiteten diesen eigenständig aus und beteiligten sich im Zuge der Initiative „Begleitung Erstellung Klimaschutzpläne“ ausschließlich an der Ausarbeitung übergemeindlicher und bezirksweiter Klimamaßnahmen.
Alle anderen insgesamt 22 Gemeinden erstellten einen Klimaschutzplan auf Gemeindeebene und beteiligten sich gleichzeitig an der Ausarbeitung übergemeindlicher und bezirksweiter Klimamaßnahmen.
Die Klimaschutzpläne, deren Arbeiten im Herbst 2022 gestartet sind und im Frühjahr 2025 erfolgreich abgeschlossen werden konnten, wurden gemäß „SECAP“-Standard (Environmental and Climate Assessment Procedures - Konvent der Bürgermeister für Klima und Energie) erstellt.
Die Klimaschutzpläne enthalten, aufbauend auf entsprechenden Erhebungen, im Wesentlichen Maßnahmen in folgenden Bereichen:
- Reduzierung der Energieverbräuche in den gemeindeeigenen Gebäuden und Anlagen
- Senkung der CO2-Emissionen im gesamten Gemeindegebiet
- Erhöhung der Nutzung erneuerbarer Energieträger im gesamten Gemeindegebiet
- Erreichung der Klimaneutralität im Allgemeinen
- Anpassung an die Folgen des Klimawandels
Herzstück der Klimaschutzpläne sind demnach die Aktionspläne, die unter Beteiligung der breiten öffentlichkeit aufgestellt werden und detailliert kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen auf Gemeindeebene, wie auch für miteinander vernetzte Gruppen von Gemeinden und für den gesamten Bezirk festlegen.
Die inhaltliche Ausarbeitung der Klimaschutzpläne erfolgte unter der Federführung von Inewa Consulting GmbH, mit Unterstützung von Ökoinstitut Südtirol/Alto Adige und Blufink hinsichtlich der Beteiligungsprozesse.
Lichtpläne
Parallel zum Start der Arbeiten an den Klimaschutzplänen im Jahr 2022 haben fünf Pustertaler Gemeinden ohne bestehenden Lichtplan die Erstellung des gemeindlichen Lichtplanes in Angriff genommen. Das Vorhandensein eines Lichtplanes ist Voraussetzung für den Erhalt einer Förderung für Erstellung eines Klimaschutzplanes gemäß Landesgesetz vom 7. Juli 2010 Nr. 9.
Die Arbeiten an den Lichtplänen erfolgten im Zuge des Vorhabens "Begleitung Erstellung Klimaschutzpläne" der Bezirksgemeinschaft Pustertal mit Unterstützung des Regional Managements Pustertal erfolgten, konnten im Frühjahr 2023 in den Gemeinden Gsies, Olang, Percha, St. Martin in Thurn und Toblach erfolgreich abgeschlossen werden.
Damit verfügen nunmehr alle 26 Pustertaler Gemeinden über einen gemeindlichen Lichtplan.
Der Lichtplan umfasst die Festlegung von Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs und zur Reduzierung der Lichtverschmutzung bei öffentlichen Außenbeleuchtungsanlagen, welche auf entsprechenden Erhebungen basiert und ergänzt damit den gemeindlichen Klimaschutzplan.
Allgemeine Informationen zum Thema Lichtplan finden Sie hier:
Programm KlimaGemeinde
Die Teilnahme am Programm KlimaGemeinde war Voraussetzung für die Förderung der Erstellung der Klimaschutzpläne gemäß Landesgesetz vom 7. Juli 2010 Nr. 9.
16 Gemeinden nahmen in der Periode 2022-2025 an der Version „Light“ des Programms KlimaGemeinde teil (Prettau, Mühlwald, Gais, Percha, St. Lorenzen, Pfalzen, Kiens, Vintl, Enneberg, Wengen, St. Martin in Thurn, Toblach, Niederdorf, Prags, Welsberg-Taisten und Gsies).
5 Gemeinden haben in der Periode 2022-2025 ihre Teilnahme an der Programmversion „Zertifizierung“ beschlossen (Bruneck (Neueinstieg), Rasen-Antholz (Neueinstieg), Olang (Neueinstieg), Terenten (Wiederaufnahme), Corvara (Wiederaufnahme).
Letztgenannte 5 Gemeinden ergänzten jene 5 Pustertaler Gemeinden, welche im Jahr 2022 bereits Teil des Programms KlimaGemeinde Version „Zertifizierung“ waren.
Damit war in der Periode 2022-2025 das gesamte Pustertal Teil des Programms KlimaGemeinde der Agentur für Energie Südtirol - KlimaHaus.
Bis 2025 arbeiteten jene Gemeinden, die an der Programmversion „Light“ des Programms KlimaGemeinde teilnahmen, an der Erhebung und Senkung der Energieverbräuche in den Gemeindegebäuden und -anlagen. Darauf basierend legten sie Maßnahmen zur Verbrauchsreduzierung fest und setzten diese um.
In der Programmversion „Zertifizierung“ setzten die Gemeinden breiter an und entwickelten ein umfassendes Energie- und Umweltmanagementsystem, das sie anhand eines Arbeitsprogrammes umsetzten.
Die Stadtgemeinde Bruneck erreichte dabei, wie auch die Gemeinden Sand in Taufers und Innichen, mit der Auszeichnung KlimaGemeinde GOLD die höchste Zertifizierungsstufe. Mit KlimaGemeinde SILBER wurden, neben Sexten, Ahrntal und Abtei, die Gemeinden Corvara, Olang, Rasen-Antholz und Terenten zertifiziert.
Beratend unterstützt wurden die Gemeinden von akkreditierten KlimaGemeinde-Berater*innen des Ökoinstitutes Südtirol/Alto Adige und von Inewa Consulting GmbH.
Umfrage Klimawandel Pustertal
Von August bis September 2023 führte das Regional Management LAG Pustertal eine Umfrage zum Thema „Klimawandel im Pustertal“ in der Bevölkerung aller Pustertaler Gemeinden durch.

Ziel der Umfrage war es, Einschätzungen und Verhaltensweisen der Pustertaler Bevölkerung in Bezug auf den Schutz des Klimas und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu erheben.
Gleichzeitig sollten die Bürgerinnen und Bürger aktiv in die Entwicklung der Aktionspläne, welche Hauptbestandteil der Klimaschutzpläne sind, mit einbezogen werden. So konnten sie im Rahmen der Umfrage ihre Vorschläge für Klimamaßnahmen sowohl ihre eigene Gemeinde als auch das gesamte Pustertal betreffend einbringen.
Knapp 700 Bürger*innen des Pustertales nahmen insgesamt an der Umfrage teil. Die Umfrage erfolgte in Form eines Online-Fragebogens, ergänzt durch Papierfragebögen, welche in den Gemeinden auflagen.
Die Ergebnisse der Umfrage "Klimawandel im Pustertal" auf Ebene des gesamten Pustertales finden Sie hier:
18.10.23_aktualisiert Gesamtauswertung Umfrage Klimawandel im Pustertal_kurz
