Netzwerktreffen zum Thema Carpooling

06.08.2026

Netzwerktreffen zum Thema Carpooling: Drei Unternehmen, drei Wege zum gleichen Ziel

Am 4. August trafen sich bei den Stadtwerken Bruneck Arbeitgeber:innen aus Südtirol, um über unternehmensübergreifendes Carpooling als Lösung für nachhaltige Pendlermobilität zu diskutieren. Drei Unternehmen präsentierten unterschiedlichen Ansätze – mit verschiedenen Ausgangslagen, aber einer gemeinsamen Erkenntnis: Carpooling kann funktionieren, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Verena Schnitzer von STA Green Mobility eröffnete das Treffen mit einer Bestandsaufnahme: Kann Carpooling in Südtirol funktionieren? Die Antwort lautet: Ja – aber nicht automatisch. Kurze Pendeldistanzen und viele tägliche Arbeitswege sprechen dafür, während kleinere Betriebsgrößen, verstreute Wohnorte in den Tälern und unterschiedliche Arbeitszeiten Herausforderungen darstellen.

 

Die Carpooling Initiative von Würth Italia zeigte auf, welches Potenzial entsteht, wenn digitale Lösungen, Kommunikation und gezielte Anreize zusammenspielen: Die Zahl der registrierten Nutzer:innen der App KINTO Join stieg von 220 im Jahr 2025 zwar nur auf 271 im Jahr 2026, die Zahl der aktiven Nutzer:innen hat sich jedoch nahezu verdoppelt- Bereits über 23.000 gefahrene Kilometer konnten durch die Carpooling Initiative eingespart werden.

 

Johannes Kaufmann von Raiffeisen Information Systems (RIS) stellte anschließend RideBee vor – eine Plattform für unternehmensübergreifende Fahrgemeinschaften zwischen RIS und dem Raiffeisenverband Südtirol (RVS). Neben der digitalen Organisation bietet die Lösung Funktionen wie Zahlungsabwicklung, Chat zwischen Fahrer:innen und Mitfahrer:innen sowie zusätzliche Anreize, etwa bevorzugte Parkplätze.

 

Simone Critelli vom Südtiroler Sanitätsbetrieb (SABES) präsentierte die Pläne für ein Pilotprojekt im Bezirk Bozen. Mit mehr als 5.500 Mitarbeitenden bietet dieser Bereich ein spannendes Testfeld. Vor dem Start mussten zentrale Fragen rund um Turnusarbeit, Datenschutz und Haftung geklärt werden. Da sich das Projekt noch in der Anfangsphase befindet, liegen derzeit noch keine Ergebnisse vor. Geplant ist eine freiwillige Erprobung mit fixen Fahrgemeinschaften, konkreten Parkplatz-Anreizen und kontinuierlichem Monitoring.

 

Die gemeinsame Erkenntnis aller drei Beiträge: Software allein schafft noch kein Carpooling. Erfolgreiche Fahrgemeinschaften brauchen mehrere Faktoren gleichzeitig: eine kritische Masse an Nutzer:innen, kompatible Arbeitszeiten, Vertrauen zwischen den Beteiligten, einen spürbaren wirtschaftlichen Vorteil und konkrete Anreize.

 

Das Netzwerktreffen wurde im Rahmen des Interreg-Projekts Italien–Österreich NetWorkMob organisiert.

 


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